Resonanz zum Tag der Architektur 2026
Gebaute Antworten auf die Fragen unserer Zeit
Der diesjährige Tag der Architektur zeigte erneut eindrucksvoll, wie Kammermitglieder auf die zentralen Fragen unserer Zeit reagieren. In 25 sächsischen Städten und Gemeinden öffneten 64 Objekte, Planungsbüros und Veranstaltungen ihre Türen für interessierte Besucher:innen. Das Engagement der beteiligten Architekturbüros machte sichtbar, wie vielfältig gebaute Antworten auf Klimawandel, Ressourcenknappheit und den verantwortungsvollen Umgang mit dem Bestand heute aussehen können. Nachhaltiges Bauen, Umbau und Sanierung prägten das Programm ebenso wie der direkte Einblick in Planung, Baustellen und fertige Gebäude. Der Tag der Architektur zeigte damit nicht nur Ergebnisse, sondern vor allem die Haltung und Verantwortung der planenden Berufe.
Persönliche Begegnungen als besonderer Mehrwert
Die Rückmeldungen der teilnehmenden Büros und Bauherrschaften zeigen, dass der Tag der Architektur auch unter außergewöhnlichen Bedingungen seine Wirkung entfaltet hat. Trotz hochsommerlicher Temperaturen und teils geringerer Besucherzahlen berichteten viele von großem Interesse, intensiven Gesprächen und einer hohen Wertschätzung für die Möglichkeit, Architektur unmittelbar zu erleben. Die vielfältigen Projekte regten den Austausch zwischen Fachpublikum, Nachbarschaft und Bauinteressierten an. Zahlreiche Teilnehmende hoben hervor, dass gerade die persönliche Führung durch die Planenden einen besonderen Mehrwert bot.
Gleichzeitig wurden wertvolle Anregungen für die Weiterentwicklung des Formats gegeben. Hinweise zur Anmeldung, Kommunikation und Bewerbung einzelner Veranstaltungen liefern wichtige Impulse für die künftige Organisation. Insgesamt fällt das Fazit eindeutig positiv aus: Der Tag der Architektur bleibt eine wichtige Plattform, um Baukultur erlebbar zu machen, den Dialog mit der Öffentlichkeit zu fördern und die gesellschaftliche Bedeutung qualitätsvoller Planung sichtbar werden zu lassen.
Gelungener Auftakt in Leipzig mit Medienpräsenz
Bereits am 22. Juni hatte die Architektenkammer Sachsen zur Auftaktveranstaltung in die Grundschule Großzschocher in Leipzig eingeladen. Insbesondere Medienvertreter:innen und einige Interessierte nutzen den Termin, um vielfältige Informationen von den anwesenden Gesprächspartner:innen zum Tag der Architektur und rund um die sächsische Baukultur einzuholen. Unter anderem im Sachsen Fernsehen war der Tag der Architektur präsent, aber auch bei MDR Kultur, im MDR Sachsenspiegel sowie in verschiedenen Print- und Onlinemedien wurden Beiträge und Ankündigungen publiziert.

Auftaktveranstaltung in der Grundschule Großzschocher mit der Architektenkammer Sachsen, der Stadt Leipzig, WOLTERECK FITZNER Architekten und GFSL gruen fuer stadt + leben landschaftsarchitektur sowie dem für die Kunst am Bau verantwortlichen Künstler Philipp Fritzsche.
Am Samstag begrüßten dann WOLTERECK FITZNER Architekten und GFSL gruen fuer stadt + leben landschaftsarchitektur gemeinsam mit dem Leipziger Baubürgermeister Thomas Dienberg rund 60 Besucher:innen. Schulleiterin Kerstin Klockmann zeigte sich erfreut: „Der Samstag war trotz der Hitze erstaunlich gut besucht.“ Das Interesse an den gezeigten Schulen und Kitas bestätigte, wie wichtig persönliche Einblicke in Bildungsbauten für die Öffentlichkeit sind. Das bestätigte auch das Architekturbüro Raum und Bau GmbH mit 14 Teilnehmer:innen bei der Grundschule „Magister Hering“ in Oschatz.
Stadtteilhaus Johannstadt wurde zum Treffpunkt
Großen Zuspruch erhielt auch das Stadtteilhaus Johannstadt in Dresden. Jordan Balzer Schubert Architekten präsentierten gemeinsam mit Storch Landschaftsarchitektur den Neubau, während die Geschäftsführerin des Johannstädter Kulturtreffs die vielfältigen Angebote des Hauses vorstellte. Rund 45 Besucher:innen nutzten die beiden Führungen. Kühle Getränke und feiner Sprühnebel auf der Dachterrasse sorgten für Erfrischung und luden -trotz der Hitze- zum Verweilen ein. Besonders geschätzt wurden die Kombination aus Architekturführung, Landschaftsplanung und Einblicken in die spätere Nutzung des Hauses.

Zahlreiche Gäste informierten sich im Stadtteilhaus Johannstadt bei den Planer:innen.
Großes Interesse am Umbau eines ehemaligen Finanzamtes

Mit einem selbst gestalteten Außenbanner lud die basis d GmbH in Pirna zum Tag der Architektur ein
Ein eindrucksvolles Beispiel für nachhaltige Bestandsentwicklung präsentierte basis d GmbH in Pirna. Rund 15 Gäste stellten zahlreiche Fragen zum innovativen Konzept, bei dem das Bürogebäudes aus den 1970er-Jahren zu einem Mehrgenerationen-Wohngebäude umgebaut wird. Kalte Getränke und Eis sorgten für eine entspannte Atmosphäre. Das Fazit war ausgesprochen positiv: „Wir sind total begeistert, wie viele Interessenten trotz extremer Hitze zu uns nach Pirna kamen.“
Zeitgemäße Lernorte im Dialog
Auch Schoener und Panzer Architekten freuten sich über das Interesse am Erweiterungsbau des Gymnasiums in Großdeuben. Die Besucher:innen nutzten die Gelegenheit, sich über das Konzept für den Erweiterungsbau des Gymnasiums Lernwelten mit neuer Sporthalle zu informieren. Das Büro zog eine positive Bilanz: „Wir hatten gute Gespräche mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Fachkolleginnen und Fachkollegen. Gerade die unterschiedlichen Perspektiven auf die Projekte machten den Austausch spannend.“ Besonders erfreulich sei gewesen, dass neben Architekturinteressierten auch Menschen aus der unmittelbaren Nachbarschaft die Gelegenheit nutzten, sich über die Entwicklungen zu informieren.

Im Gymnasium Großdeuben gab es eine klassische Baustellenbesichtigung
Das Büro bedankte sich ausdrücklich für die Organisation und Öffentlichkeitsarbeit der Architektenkammer Sachsen und kündigte bereits an, im kommenden Jahr die dann nahezu fertiggestellte Baustelle erneut präsentieren zu wollen.Wie sich zeitgemäße Lernorte entwickeln, zeigten auch kazwei architektur in Chemnitz. Im Mittelpunkt stand die Erweiterung des Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasiums. Darüber hinaus öffnete das Architekturbüro am Sonntag die historische Holzhalle Kappel und bot weitere Einblicke in seine Arbeit.
Denkmalpflege und neue Perspektiven in Chemnitz

Bochmann Architekten präsentierten in Chemnitz unter anderem die Sanierung einer historischen Holz-Industriehalle
Mit gleich zwei Projekten beteiligten sich Bochmann Architekten. Vorgestellt wurden das denkmalgeschützte Art-Déco-Verwaltungsgebäude der Schönherrfabrik sowie eine historische Holz-Industriehalle, die derzeit schrittweise revitalisiert wird. Vortrag und Führungen stießen auf großes Interesse und boten Gelegenheit, über den sensiblen Umgang mit historischer Bausubstanz und ihre Potenziale für künftige Nutzungen ins Gespräch zu kommen. Insgesamt 120 Besucher:innen nutzten hier die Möglichkeit, hinter die Kulissen laufender Planungen zu blicken.
Arbeiten, Forschen und Begegnen
Mit dem CLL CityLab Leipzig öffnete die Vollack GmbH & Co. KG die Türen eines modernen Arbeits- und Innovationsstandortes. Das Interesse galt hier insbesondere der flexiblen Nutzung des Gebäudes sowie den innovativen Planungsansätzen. „Es war schön zu erleben, wie das Interesse am Projekt über den gesamten Entstehungsprozess hinweg anhielt. Nachdem im vergangenen Jahr bereits eine Baustellenbesichtigung möglich war, konnten wir den Besucherinnen und Besuchern nun das fertiggestellte Gebäudeensemble präsentieren.“, resümierte das Projektteam.

Im CityLab Leipzig erhielten die Gäste Erläuterungen zu Konzept, Planung und flexibler Nutzung des fertiggestellten Gebäudeensembles.
Historische Torhäuser neu betrachtet

Die Fassadensanierung der Torhäuser am Georg-Arnhold-Bad in Dresden stellten Harms + Schubert Freie Architekten an beiden Tagen vor.
Großes Interesse fanden auch die Torhäuser am Georg-Arnhold-Bad in Dresden. Harms + Schubert Freie Architekten präsentierten an beiden Tagen die aufwendige Fassadensanierung der denkmalgeschützten Gebäude. Die Besucher:innen erfuhren anschaulich, wie historische Fassaden erhalten und gleichzeitig an heutige Anforderungen angepasst werden können. Trotz der hohen Temperaturen kamen an beiden Tagen rund 25 Interessierte. Das Büro zog eine positive Bilanz: „Besonders gefreut hat uns das große Interesse an der Geschichte der Torhäuser. Viele Gäste fanden es spannend, das Projekt direkt von den Architektinnen und Architekten vorgestellt zu bekommen.“
Gleichzeitig regte das Büro eine stärkere Außenwerbung für den Tag der Architektur im öffentlichen Raum an. Eine flächendeckende Plakatierung in ganz Sachsen ist jedoch aus finanziellen Gründen leider nicht umsetzbar. Daher setzt Architektenkammer Sachsen auf eine Kombination aus regionaler Pressearbeit, digitaler Kommunikation sowie der Unterstützung der teilnehmenden Büros und Projektpartner:innen vor Ort.
Nachhaltigkeit im Praxistest
Dass nachhaltige Architektur gerade unter extremen Wetterbedingungen überzeugen kann, zeigte sich an mehreren Projekten besonders eindrucksvoll. Im neuen Seminargebäude des Sächsischen Landesarboretums in Tharandt präsentierten BURUCKERBARNIKOL Architekten gemeinsam mit der TU Dresden und dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement einen konsequent als Lowtech-Gebäude konzipierten Holzbau. Obwohl draußen Temperaturen von nahezu 40 Grad herrschten, blieb das Gebäude angenehm kühl – ganz ohne Klima- oder Lüftungstechnik. Für die Planenden wurde das Wochenende damit selbst zum Hitzetest ihres Entwurfs.

Die Gäste erlebten die besondere Atmosphäre des Lowtech-Holzbaus im Seminargebäude des Sächsischen Landesarboretums – angenehm kühl trotz sommerlicher Extremtemperaturen.
Das Fazit fiel eindeutig aus: Das Gebäude bestand den Praxistest mit Bravour. Auch die Besucher:innen waren beeindruckt. Ebenso überraschte viele, dass das Gebäude vollständig aus Holz errichtet wurde und selbst an diesem heißen Wochenende ein angenehmes Raumklima bot. Ähnliche Erfahrungen machte auch das Architekturbüro Matthias Helm beim sanierten Chinesischen Pavillon in Dresden. Trotz Außentemperaturen von 34 Grad zeigte sich eindrucksvoll, wie traditionelle Bauweisen bereits vor Jahrhunderten wirksamen sommerlichen Wärmeschutz ermöglichten – sommerlicher Wärmeschutz ganz ohne energieintensive Klimatechnik.

Gut vorbereitet empfing Architekt Sebastian Hald die Besucher:innen auf der Baustelle seines Einfamilienhauses in Strohbauweise in Zwickau.
Auf der Baustelle des Einfamilienhauses in Strohbauweise von Architekt Sebastian Hald in Zwickau wurde Nachhaltigkeit unmittelbar erlebbar. Rund 50 Interessierte nutzten die Gelegenheit, den natürlichen Baustoff noch vor dem Verputzen kennenzulernen. Die intensive Auseinandersetzung mit der Strohbauweise führte zu zahlreichen Fachgesprächen. Besonders erfreulich war für das Büro das Interesse weit über die Region hinaus sowie die Aufmerksamkeit der Presse.
Architektur als Anlass für Austausch
Dass der Tag der Architektur weit mehr ist als die Besichtigung gelungener Gebäude, zeigte sich an vielen Veranstaltungsorten. Im Gewölbekeller in Leipzig begrüßten DENK Architekten Ingenieure rund 80 Besucher:innen. Die angenehmen Temperaturen im historischen Kellergewölbe boten ideale Voraussetzungen für intensive Gespräche über Konstruktion, Materialwahl und den sensiblen Umgang mit historischer Bausubstanz. Gleichzeitig brachten viele Anwohner:innen persönliche Erinnerungen an den ehemaligen Jugendclub ein und bereicherten die Führungen mit ihren eigenen Geschichten.

Angenehm kühl trotz sommerlicher Temperaturen war es im Leipziger Gewölbekeller.

Beim Blick hinter den Bauzaun informierten sich die Besucher:innen über die Pläne für das ehemalige Industriegelände.
Auch der Verein bau&wesen e. V. zog für sein Projekt LÖẞ5 in der Dresdner Neustadt ein ausgesprochen positives Fazit. Rund 82 Besucher:innen kamen an beiden Tagen zum ehemaligen Industriegelände, das künftig zu einem gemeinschaftlichen Ort für Soziokultur und Kreativwirtschaft entwickelt werden soll. Die Resonanz zeigte, wie groß das Interesse an solchen Projekten ist. Besucher:innen äußerten sich begeistert: „Endlich passiert hier mal etwas.“ Andere betonten die Bedeutung konsumfreier Treffpunkte für die Nachbarschaft oder wiesen auf den dringend benötigten Raum für Ateliers und Proberäume hin.
Für die Initiator:innen standen vor allem die vielen Gespräche, neue Kontakte und Hinweise zur Geschichte des Ortes im Mittelpunkt. Sie resümierten mit einem Augenzwinkern: Sie resümierten mit einem Augenzwinkern: „Die Leute waren mindestens so heiß auf das Projekt wie unsere Getränkedosen nach sieben Stunden in der Sonne.“
Das Kammerbüro Leipzig öffnete seine Türen. Die Kammergruppe Leipzig lud zunächst zu einem Kurzvortrag von Juliane Richter ein, bevor ein von Diana Felber geführter Rundgang durch das Kolonnadenviertel dessen Baugeschichte und architektonische Besonderheiten in den Fokus rückte. Ergänzend bot die Ausstellung „WIR SIND VIELE! – Planerinnen in Sachsen“ Gelegenheit, die Leistungen von Architektinnen, Innenarchitektinnen, Landschaftsarchitektinnen und Stadtplanerinnen kennenzulernen und über die Zukunft der Planungsberufe ins Gespräch zu kommen. Bei einem Apéro ließen die Beteiligten den Abend gemeinsam ausklingen.

Rundgang mit Diana Felber (unten rechts) durch das Leipziger Kolonnadenviertel

Begrüßung der Gäste und Einführung in die Veranstaltung durch Kammermitglied Winfried Endres
Vom Denkmal zum genossenschaftlichen Wohnen bis ins offene Büro
Auch der diesjährige Tag der Architektur wartete wieder mit einer großen Bandbreite an Projekten auf. Selbst dort, wo die Besucherzahlen geringer ausfielen, zogen die Beteiligten überwiegend ein positives Fazit. So möchte das Bauplanungsbüro Fritsch im kommenden Jahr erneut teilnehmen, obwohl diesmal nur ein Ehepaar spontan den Weg ins Trampeli-Haus in Adorf gefunden hatte.
Im Lehrsaalgebäude in der General-Olbricht-Kaserne in Leipzig nahmen trotz der frühzeitig notwendigen Anmeldung unter Angabe persönlicher Daten 14 Interessierte an den Führungen teil, die vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), Niederlassung Leipzig I, angeboten wurden. Auch die Präsentation der neuen Zweifeldsporthalle an der Lidicestraße in Leipzig durch die LESG mbH wurde trotz nur einer Besucherin als gelungener Austausch gewertet – die Hitze und die dezentrale Lage dürften hier eine Rolle gespielt haben.

Einer Kaserne aufs Dach steigen – das gibt es nur zum Tag der Architektur.
Im denkmalgerecht sanierten Verwaltungsgebäude auf dem Südfriedhof Leipzig nahmen sich wittig brösdorf architekten aufgrund der extremen Temperaturen besonders viel Zeit für die Führung und den Austausch mit den Gästen. In Dresden besuchten rund 30 Interessierte die Führungen durch die Luxusboutique im Neuen Schein, die von MEDIBA vorgestellt wurde, während die Veranstaltungen am Sonntag wegen der geringen Nachfrage abgesagt wurden. Auf der Seebühne Kriebstein begrüßte IPROconsult acht Gäste zu einer Führung und gab Einblicke in Planung, Konstruktion und Einbindung des Projekts in die einzigartige Landschaft. Im Beyer-Bau der Technischen Universität Dresden informierten HF Architektur und AGZ Zimmermann Architekten rund 100 Gäste über die Sanierung und Wiederherstellung des denkmalgeschützten Gebäudes. Die Führungen durch die Neue Mensa Bergstraße von AGZ Zimmermann Architekten lockte weitere 80 Interessenten auf das Hochschulgelände.

Die Besucher der Veranstaltung lauschen dem Vortrag des Planers in einem der Hörsäle

Zahlreiche Teilnehmer bei der Begehung der Neuen Mensa Bergstraße
Im Wohnprojekt „Der Gegenentwurf zum Alleinsein“ stellte das Architekturbüro Börner gemeinsam mit Projektbeteiligten genossenschaftliche Wohnformen vor. Rund 30 Interessierte diskutierten nach Impulsvorträgen über gemeinschaftliches Wohnen und neue Modelle des Zusammenlebens. Die Resonanz war so positiv, dass bereits über eine Fortsetzung im kommenden Jahr nachgedacht wird. Großes Interesse weckte auch die Villa Storchennest in Radeberg. Das Planungsbüro Schubert freute sich, Einblicke in die Umnutzung des denkmalgeschützten Gebäudes für den Taubblindendienst geben zu können.

Mit einer Erfrischung im Schatten ließ es sich beim Architekturbüro Börner in Dresden-Hosterwitz aushalten.

Tanz und historische Architektur erlebten die Gäste auf dem Burgberg in Meißen.
Sehr spannende Projekte brachten die Stadt Meißen und die SEEG Stadtentwicklungs- und Stadterneuerungsgesellschaft Meißen mbH ins Tag-der-Architektur-Programm ein. Unter dem Titel „Das Gefängnis, das befreit“ erlebten rund 75 Besucher:innen eine Tanzperformance mit anschließender Führung durch das ehemalige Gefängnis auf dem Burgberg und lernten so den geschichtsträchtigen Ort kennen. Die SEEG gewährte Einblicke in die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes am Baderberg 10, das künftig die Volkshochschule des Landkreises beherbergen wird.
Einen ungewöhnlichen Schwerpunkt setzte h.e.i.z.Haus Architektur.Stadtplanung mit seiner Veranstaltung zum rollenbasierten Arbeiten im Architekturbüro. Zwar blieb die Teilnehmerzahl etwas klein, dafür entwickelte sich über zweieinhalb Stunden ein intensiver Austausch über neue Organisationsformen und die Transformation der Arbeitswelt. Aus der Veranstaltung entstanden bereits weitere Einladungen, das Thema an anderer Stelle fortzuführen. Den Samstagabend ließen 14 interessierte Gäste bei Poetzsch Architekturen ausklingen. Neben einem Vortrag über Umbaukultur gab es hier einen Blick hinter die Kulissen des Architekturbüros, angeregte Gespräche sowie eine lebhafte Diskussion über das Potenzial des Weiterbauens im Bestand.
Ein starkes Zeichen für Baukultur in Sachsen
Mit 64 Projekten und Veranstaltungen bot der Tag der Architektur 2026 erneut ein breites Schaufenster zeitgenössischer Planungs- und Baukultur in Sachsen. Bis Anfang Juli lagen Rückmeldungen zu 32 Beiträgen vor, die bereits mehr als 1.000 Besucherinnen und Besucher verzeichneten. Hochgerechnet wurden sachsenweit rund 2.200 Gäste erreicht. Die große thematische Vielfalt, das Engagement der beteiligten Architekturbüros, Planenden und Bauherrschaften sowie die vielen positiven Rückmeldungen zeigen: Der Tag der Architektur bleibt eine wichtige Plattform, um qualitätsvolle Architektur sichtbar zu machen, den Austausch mit der Öffentlichkeit zu fördern und die Bedeutung der planenden Berufe nachhaltig zu vermitteln.