Freiheits- und Einheitsdenkmal und freiraumplanerisches Projekt "Ökotopia" im Kontext der Stadtentwicklung
Zur Gestaltung der Freiflächen des Wilhelm-Leuschner-Platzes wurde von der Stadt Leipzig ein freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb durchgeführt und im März 2024 das Projekt „Ökotopia“ von Atelier Loidl aus Berlin mit dem 1. Preis prämiert. Der Freiraumentwurf bildete eine Grundlage des sich anschließenden künstlerischen Wettbewerbes. Das Einheits- und Freiheitsdenkmal sollte in den Park integriert werden.
Im Oktober 2024 wählte die eingesetzte internationale Jury nach zweitägigen Beratungen unseren Beitrag „Banner, Fahnen, Transparente“ einstimmig zum Sieger des Wettbewerbsverfahrens.
Unser Entwurf sieht vor, ca. 50 „Banner, Fahnen und Transparente“ als überlebensgroße weiße Skulpturen im neuen Park zu „verstreuen“.
Banner, Fahnen und Transparente stehen als universelles Sinnbild, eigene Überzeugungen in den öffentlichen Raum zu tragen. Als abstrakte Skulpturen sind sie Symbole für den Mut, Zeichen zu setzen, eine Haltung zu vertreten, für die eigene Meinung Verantwortung und Konsequenzen zu tragen und trotz Unterdrückung und Bedrohung mit den eigenen Überzeugungen den Diskurs mit der Gemeinschaft zu suchen und zu führen.
Die weißen Objekte stehen für Freiheit als „unbeschriebenes Blatt", die noch zu tätigende Meinungsäußerung, die respektiert, ausgehalten und berücksichtigt werden muss. Sie stehen gleichzeitig für die Wahrnehmung und die Respektierung der Meinung des Gegenübers, für die Ansichten anderer. Sie stehen auch für unbedingte Gewaltlosigkeit – für die Friedliche Revolution. Kalenderdaten bedeutsamer Ereignisse auf dem Weg zu Freiheit und Einheit werden als „Ziffernzug“ im Boden eingelassen. Die geschichtlichen Meilensteine korrespondieren mit den weißen Skulpturen im Park.
Der zukünftigen Parkanlage am Leuschner Platz wird mit dem dezentralen Denkmal eine zusätzliche Ebene in Höhe der Unterkante der Baumkronen hinzugefügt, die sich integriert und trotzdem stört, die überall im Park eine fremdartige Präsenz entwickelt, ohne den Park zu beherrschen.
Die Verdichtung der Transparente am Leipziger Innenstadtring schafft einen zentralen Ort im dezentralen Denkmal, der sich direkt auf die Leipziger Demonstrationen der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft bezieht. Die Überlagerung des Denkmals mit dem alltäglichen Leben im grünen Park ist Teil des Konzeptes.
Das Denkmal kann in verschiedenen Maßstäben, als Ganzes und, oder in Teilen, wahrgenommen werden. Aus den oberen Stockwerken der umliegenden Gebäude sind die Streuungen im Zusammenhang wahrzunehmen. Im Park selbst setzt sich das Denkmal dynamisch durch Bewegung, das Durchkreuzen und räumliches Erleben zusammen.
Das Freiheits- und Einheitsdenkmal soll der Aufbruchstimmung in der gesamten DDR im Herbst 1989 eine räumliche Entsprechung geben. Es soll ein Ort des gemeinsamen Erlebens entstehen, der uns daran erinnert, was mit Hoffnung, Mut und Zuversicht möglich ist und damit weit über Leipzig und das Jahr 1989 hinausweisen.
Architekturbüro:
Studio FED Leipzig
Architekturbüro:
Atelier LOIDL
Eine Veranstaltung von: Studio FED Leipzig.
Treffpunkt ist der Grundstein des Einheits- und Freiheitsdenkmales
12:30 – 13:30
