Haus 202 der Stadtwerke Leipzig – Umbau & Sanierung (Baustellenführung)
Neue Arbeitswelten im historischen Gebäude
Das denkmalgeschützte Haus 202 auf dem Campus Südost der Stadtwerke Leipzig – in direkter Nähe zum Panometer Leipzig – wurde 1955 im Stil der „Nationalen Bautradition“ in der frühen DDR-Zeit erbaut. Damals diente es als Sicherheits- und Sanitätsstation des ehemaligen VEB Gaswerks „Max Reimann“. Der schlichte Massivbau steht beispielhaft für die sachliche und materialsparende Architektur dieser Zeit.
Im Zuge der Campusentwicklung wird das Gebäude energetisch saniert und zur Schaffung von „Neuen Büroarbeitswelten“ umgebaut. Ziel sind offene, flexible Arbeitsbereiche statt langer, mäßig belichteter Flure. Dafür wird die klassische Ganghausstruktur aufgebrochen. Im Erdgeschoss bleiben einzelne Wandscheiben erhalten, in den oberen Etagen übernehmen Stützen die tragende Funktion.
Fokusräume und Skype-Boxen ergänzen die neuen Arbeitsplätze. In den oberen Etagen entstehen offene Bürozonen und verglaste Besprechungsräume. Eine Communityküche wird zum Treffpunkt für alle Mitarbeitende – mit Zugang zu einem kleinen Balkon.
Das Dachgeschoss bietet Platz für weitere Arbeitsplätze. Besonders prägend ist der filigrane Dachstuhl aus Nagelbrettbindern. Diese werden statisch ertüchtigt und mit Holzplatten verkleidet. Sie werden konserviert und bleiben als Zeitzeugnis erhalten. Die Dachgauben werden in gleicher Form und Proportion neu gebaut. Zusätzliche Dachflächenfenster bringen mehr Tageslicht in das Gebäude, eine verbesserte Dämmung senkt den Energieverbrauch.
Die differenziert gestaltete Fassade mit Gesims, Betonwerkstein-Details und markantem Eingangsportal wird behutsam erneuert. Ein neuer wärmedämmender Kratzputz, neue Holzfenster mit Isolierverglasung und ein verdeckt montierter Sonnenschutz verbessern Komfort und Energieeffizienz. Das Dach wird mit anthrazitfarbenen Biberschwanzziegeln gedeckt und mit einer Photovoltaikanlage ergänzt, die Gauben erhalten eine Schieferverkleidung.
Durch den Umbau und die Sanierung entstehen über 50 zeitgemäße Büroarbeitsplätze. Dabei haben Energieeffizienz, Nachhaltigkeit, langlebige Materialien und ein gutes Raumklima besonderen Stellenwert.
Energetische, technische und nutzerspezifische Anforderungen machen deutliche Eingriffe in Tragwerk, Dachkonstruktion und Fassade erforderlich. Alle Maßnahmen wurden daher eng mit der Denkmalpflege abgestimmt, um einen tragfähigen Konsens zwischen dem Erhalt des historischen Gebäudes und den Anforderungen an „Neue Büroarbeitswelten“ zu finden.
Architekturbüro:
GRUNWALD & GRUNWALD, Architektur und Städtebau
Bauherr:in:
Stadtwerke Leipzig GmbH
Eine Veranstaltung von: GRUNWALD & GRUNWALD, Architektur und Städtebau.
Festes Schuhwerk erforderlich.
13:00 – 15:00




